Youngs Schnapsbrennerei

 

Der Mormonenapostel John A. Widtsoe erklärte: „'Boothill-Friedhöfe', auf denen Männer beerdigt wurden, die bei unheiligen Orgien getötet wurden, meistens in Saloons, findet man nicht in Utah. Saloons kamen mit den Nichtmormonen dorthin.“ (Gospel Interpretations, Salt Lake City, 1947, Seite 250) Diese Aussage von Apostel Widtsoe ist sicherlich unwahr. Tatsächlich besaß Brigham Young, der zweite Präsident der Mormonenkirche, den „ersten Bar-Raum“ in Salt Lake City. Der Historiker Hubert Howe Bancroft gibt folgende Information:

 

„Was die Herstellung von Whisky betriftt, so erklärt Präsident Taylor, dass Alkohol zuerst VON DEN HEILIGEN zum Baden, Pökeln und für medizinische Zwecke hergestellt und wenig zum Trinken benutzt wurde. Später erhielt man Destielierapparate von Auswanderern und die Herstellung und der Verkauf von Alkohol wurde später von den Stadträten kontrolliert. Der ERSTE BAR-RAUM in S. L. City, und Jahre lang der einzige, befand sich im Salt-Lake-Haus, und PRÄSIDENT YOUNG und Feramorz Little waren die Besitzer. Sie wurde für das Wohlbefinden der Reisenden eröffnet, deren Bedürfnisse von jemandem befriedigt werden würden, und die Brüder dachten, dass besser sie den Handel kontrollierten, als es Außenstehenden zu überlassen.“ (History of Utah, S. 540, Fußnote 44)

 

Stanley P. Hirshon erklärt:

 

„In Nauvoo tranken die Mormonen sehr viel... Im Dezember 1843 bevollmächtigte der von Mormonen kontrollierte Stadtrat Joseph Smith, in seinem Hotel Alkohol zu verkaufen.

In Utah herrschte die Kirche über den Alkoholhandel. 1856 verfrachtete Caleb Green sechs Tonnen Tabak, Rum, Whiskey, Brandy, Tee und Kaffee für Young quer über die Prärie und zwei Jahre später berichteten The New York Times, dass sich der 'wichtigste Trinksaloon und die wichtigste Spielhalle im Salt-Lake-Haus befand, einem Gebäude, dass sich unter der Kontrolle der Kirche und unter direkter Oberaufsicht von Heber C. Kimball befand.'

…Young versuchte sein Bestes, sich von konkurrierenden Brauern zu befreien.“ (The Lion of the Lord, Seite 285)

 

Am 7. Juni 1863 gestand Brigham Young öffentlich der Versammlung, die in der Brauerei zusammenkam, gegenüber ein, dass er eine SCHNAPSBRENNEREI GEBAUT HATTE:

 

„Als man hier keinen Whisky bekommen konnte und wir ihn für vernünftige Zwecke benötigten, BAUTE ICH EIN HAUS, UM IHN DARIN HERSTELLEN ZU KÖNNEN. Als die BRENNEREI fast fertig war und sich in gut funktionierender Verfassung befand, hörte man von einer Armee in unserer Nachbarschaft und ich verschloss die Fabrik; ich stellte in meiner Fabrik keine einzige Gallone Whisky her, da er in großen Mengen hierher kam, mehr als wir benötigten.“ (Journal of Discourses, Bd. 10, S. 206)

 

Hubert Howe Bancroft gibt folgende Information:

 

"Peter K. Dotson,… kam 1851 nach Salt Lake City und wurde von BRIGHAM als erstes als Manager der SCHNAPSBRENNEREI eingestellt, danach wurde er Express- und Postagent.” (History of Utah, S. 573, Fußnote 2)

 

Josiah F. Gibbs lieferte folgende interessante Information in Bezug auf Brigham Youngs Schnapsbrennerei:

 

„Während vierzig Jahren hatten die Mormonenpropheten den Stadtrat und die Polizei Salt Lake Citys absolut unter Kontrolle. Und ganz gleich welches Laster und welches Verbrechen aus dem Verkauf und dem Genuss von Rauschmitteln während der Periode, die unter Diskussion steht, hervorging, die Mormonenführer sind mit Recht dafür verantwortlich zu machen.

Anstatt aber ihren unanfechtbaren Anspruch vonseiten der Mäßigkeit und dezenter Moral zu wahren, wurde der Prophet Brigham zum Brenner von Whisky und anderen Rauschmitteln und Hohepriester waren die Großhändler und Einzelhändler.

Die Beweise, die vorangehende Behauptungen stützen, sind Daten aus den Stadtberichten von Gentlemen entnommen, die in Salt Lake City lebten...

Am 2. Juli 1861 legte das besondere Komitee, dem das Thema der Herstellung und des Verkaufs von Alkohol angetragen war, einen Bericht vor, der folgendermaßen lautet:

'An den ehrwürdigen Bürgermeister von Salt Lake City: -

Ihr Komitee, dem das Thema der Herstellung und des Verkaufs von Spirituosen angetragen wurde, berichtete, dass sie etliche Brennereien in und in der Nähe der Stadt besichtigten, und voller Respekt empfehlen würden, dass der Stadtrat eine BRENNEREI kauft oder mietet, die VON BRIGHAM YOUNG in der Nähe von der Mündung von Parley’s Canon ERRICHTET wurde, und dieselbe sofort in Betrieb zu nehmen, wobei so viele Personen eingestellt werden, wie nötig sind, um eine ausreichende Menge herzustellen, um der öffentlichen Nachfrage nachzukommen, den Verkauf derselben zu kontrollieren, und dass die daraus erwachsenden Gewinne in die städtische Schatzkammer eingezahlt werden.

(gezeichnet)

Alderman Clinton,

Alderman Sheets,

Ratsherr Felt'“

(Lights and Shadows of Mormonism, 1909, S. 248-49).

 

Orlando W. Powers, der als Hilfsrichter des Höchsten Gerichts in Utah diente, machte folgende Aussage im Reed-Smoot-Fall:

 

„Nachdem sich die Liberale Partei die Kontrolle über die Stadt Salt Lake gesichert hatte, veranlasste ich eine Untersuchung der Stadtberichte, die von den mormonischen Stadtregistratoren von frühester Zeit an geschrieben worden waren...

Die Stadt Salt Lake unterhielt damals einen Saloon – einen Städtischen Saloon. Sie hatte eine Städtische Billardhalle. Sie hatte eine Städtische Badeanstalt. Sie unterhielt eine BRENNEREI. Ihr Registrator führte einen Bericht mit dem Treuhänder der Mormonenkirche, dem die Zehntengelder anvertraut waren – und der Zehnte ist - nebenbei bemerkt – 10 Prozent, die gute Mormonen angeblich in die Kirche bezahlen – die von den verschiedenen Kirchenbeamten herkamen, und sie waren für den Alkohol, und für das Baden und für derartige Dinge verantwortlich.“ (The Reed Smoot Case, Bd. 1, S. 804-805)

 

Am 26. Juli 1890 hielt Richter Powers eine Ansprache, in der er erklärte:

 

„Es wird Ihnen gefallen, zu wissen, dass trotz der Tatsache, dass die Stadt auf eigene Faust am 19. August 1862 ins Whiskygeschäft eingestiegen war, sie Brigham Young eine LIZENZ erteilte, PFIRSICHE ZU BRANDY ZU DESTILLIEREN. Am 11. August 1865 richteten sich Herr Young und George Q. Cannon in der Alkoholikafrage an den Rat. Mr. Young sagte:

'Diese Gemeinschaft braucht Essig und wird nach Alkohol zum Waschen und für die Gesundheit verlangen und es wird rechtens und richtig für die Stadt sein, mit dem Verkauf dessen wie gehabt fortzufahren und einen Gewinn zu erzielen.'

Brigham Young führte einen offenen Bericht über die Stadtbücher und dieser Bericht zeigt, dass es von 1862 bis 1872 235 verschiedene Aufträge für alkoholische Getränke gab, die von ihm gekauft wurden und die sich auf einen Betrag von $9316,66 beliefen, oder auf einen Jahresdurchschnitt von $846,97

„Eine Untersuchung der offiziellen Berichte der Vereinigten Staaten zeigt, dass von 1862 an, als die Steuer auf destillierte Spirituosen das erste Mal erhoben wurde, bis zur Ankunft der Union-Pacific-Bahnlinie im Jahr 1869, was der Beginn der Heiden-Ära in Utah war, in diesem Territorium siebenunddreißig Brennereien existierten… Diese Tatsachen, den öffentlichen Berichten entnommen, entkräften die Anklage, dass die Heiden in eine abstinente Gemeinschaft eindrangen.“ (The Salt Lake Tribune, 14. Juli, 1908)

 

Gemäß John D. Lee lagerte Brigham Young einen großen Vorrat alkoholischer Getränke. Unter dem Datum des 14. [15.] Mai 1867, berichtete Lee folgendes in seinem Tagebuch:

 

“Ungefähr um 17:00 Uhr kamen Präs. B. Young & sein Gefolge von seinem südlichen Besuch unter den Heiligen an… Am folgenden Tag ging ich hin, um ihn in seinem herrschaftlichen Wohnhaus zu treffen, wo ich fast einen halben Tag zubrachte – in der Tat sehr annehmbar. Er hatte eine KARAFFE MIT AUSGEZEICHNETEM WEIN aus eigener Herstellung mitgebracht & sagte: Ich möchte Bruder Lee eine ebenso gute Ware spendieren, wie man sie, so glaube ich, in Dixie hätte kaufen können. Der WEIN war in der Tat eine auserlesene Ware. Er sagte, dass er etwa 300 Gallonen hätte & jährlich mit ALKOHOLISCHEN GETRÄNKEN IM WERT VON $2000 handelte & er fuhr fort, dass wir [er] wünschte[n], dass jemand SEINEN WEIN für 5$ PRO GALLONE nehmen & ihn VERKAUFEN würde, woraufhin PRÄS. D. H. WELLS SAGTE, DASS ER 200 GALL. für 6$ pro Gallone nehmen würde usw.“ (A Mormon Chronicle, The Diaries of John D. Lee, Bd. 2, S. 71-72)

 

1867 erklärte Brigham Young, dass die meisten Bischöfe nicht das Wort der Weisheit beachten würden:

 

„Gehen Sie durch die Gemeinden der Stadt und danach durch die Gemeinden im Land und fragen Sie die Bischöfe: 'Halten Sie das Wort der Weisheit?' Die Antwort wird lauten: 'JA; NEIN, NICHT GENAU.' 'Trinken Sie Tee?' 'Nein.' 'Kaffee?' 'Nein.' 'Trinken Sie Whisky?' 'Nein.' 'Nun, wieso halten Sie dann nicht das Wort der Weisheit?' 'Nun, dieser TABAK, ICH KANN NICHT DAMIT AUFHÖREN.' Und auf diese Weise gibt er jedem ein Beispiel und jedem Jungen über 10 Jahren in dieser Gemeinde, am Tabak herum zu knabbern und ihn zu kauen. Dann gehen Sie in eine andere Gemeinde und der Bischof kaut keinen Tabak, auch er trimkt weder Tee noch Kaffee, aber hin und wieder trinkt er EIN WENIG ALKOHOL und verwahrt WHISKY in seinem Haus, dem er sich gelegentlich HINGEBEN wird. Gehen Sie in eine andere Gemeinde und der Bischof trinkt vielleicht keinen Whisky, auch kaut er keinen Tabak, aber er 'KANN SEINEN TEE UND KAFFEE NICHT LASSEN'. Und so setzt es sich durch die ganze Kirche fort. Nicht jeder Bischof gibt sich einer oder mehrerer dieser Gewohnheiten hin, aber DIE MEISTEN TUN ES. Ich erinnere mich, dass ich vor nicht allzu langer Zeit vor Gericht war, wo eine ziemliche Anzahl von Bischöfen als Zeugen geladen war, aber ich konnte nicht in Erfahrung bringen, dass es dort NUR EINEN GAB, DER NICHT WHISKY TRANK, und ICH DENKE, DASS DIE MEISTEN VON IHNEN TEE UND KAFFEE TRANKEN. Ich denke, wir haben EINIGE BISCHÖFE in dieser Stadt, die nicht Tabak kauen oder Alkohol trinken oder Tee oder Kaffee IM ÜBERMASS... Wenn jemand müde, abgeschlagen, niedergeschmettert ist, bewusstlos wird oder stirbt, ist EIN SCHLUCK BRANDY, etwas WEIN oder eine Tasse TEE gut, um ihn wieder zu beleben. WERFEN SIE DIESE DINGE NICHT WEG UND SAGEN, SIE DÜRFEN NIEMALS BENUTZT WERDEN; sie sind gut, um mit Einsicht, Klugheit und Besonnenheit benutzt zu werden. Fragen Sie Ihre BISCHÖFE, OB SIE JEDEN TAG TEE TRINKEN, UND IN DEN MEISTEN FÄLLEN WERDEN SIE IHNEN SAGEN, SIE TUN ES, WENN SIE IHN BEKOMMEN KÖNNEN.“ (Journal of Discourses, Bd. 12, S. 402-403)

 

In demselben Jahr, als Brigham Young die oben zitierten Aussagen machte, erklärte der Apostel Wilford Woodruff:

 

„Sehr wenige von uns hielten das Wort der Weisheit; aber ich habe keinen Zweifel daran, wenn der Rat Präsident Youngs ausgeführt werden würde, würde es dem Volk dieses Territoriums JÄHRLICH EINE MILLION DOLLAR ERSPAREN.“ (Journal of Discourses, Bd. 11, S. 370)

 

In einer Predigt, die am 10. März 1860 abgehalten wurde, erklärte Brigham Young:

 

„Viele Brüder kauen Tabak und ich habe ihnen den Rat gegeben, damit mäßig zu sein. Holen Sie nicht zum Ärgernis aller um Sie herum IN DER VERSAMMLUNG VOR DEN AUGEN DER VERSAMMELTEN EINEN GANZEN STRANG TABAK HERAUS UND SCHNEIDEN SICH EINE SCHEIBE DAVON AB UND STECKEN SIE SICH IN IHREN MUND. Verherrlichen Sie sich nicht in dieser ungnädigen Praktik. Wenn Sie Tabak benutzen müssen, dann stecken Sie sich eine kleine Portion in den Mund, wenn niemand Sie sieht, und gehen Sie sicher, dass niemand Sie kauen sieht. Ich bezichtige Sie nicht der Sünde. Sie haben das 'Wort der Weisheit'. Lesen Sie es.“ (Journal of Discourses, Bd. 8, S. 361)

 

Tabakkauen wurde im Tabernakel zu einem ernsten Problem, denn 1870 erklärte Brigham Young:

 

„Es gibt ein weiteres Thema, das ich ansprechen möchte. Letzten Sabbat war diese vordere Gallerie... sehr voll. Nachdem die Versammelten entlassen waren, unternahm ich einen Spaziergang durch sie hindurch und blickte auf den Fußboden, der von jenen belagert worden war, die sich Gentlemen nannten, und ich weiß nicht, Brüder, aber man hätte annehmen können, dass Rindviecher dort herumgelaufen und gestanden hätten, denn hier und dort befanden sich GROSSE TABAKPRIEME UND STELLEN VON EINEM ODER ZWEI FUSS IM QUADRAT, DIE MIT TABAKSAFT VERSCHMIERT WAREN. Ich möchte den Türhütern sagen, wenn sie Gentlemen sehen, die es nicht unterlassen können, zu kauen und zu SPUCKEN, WÄHREND SIE SICH IN DIESEM HAUS BEFINDEN, sie zu bitten zu gehen; und wenn solche Personen sich weigern zu gehen und mit ihrem Gespucke fortfahren, so nehmt sie einfach und führt sie sorgsam aber freundlich hinaus. Es ist für Gentlemen ein Vergehen, TABAKSAFT UMHERZUSPUCKEN, oder ihre TABAKPFRIEME auf dem Fußboden zu hinterlassen; sie beschmutzen das Haus und wenn sich eine Dame zufällig den Saum ihres Kleides beschmiert, was kaum vermieden werden kann, dann ist es äußerst ärgerlich. Wir bitten deshalb JEDEN GENTLEMEN, DER AN DER KONFERENZ TEILNIMMT, DAS TABAKKAUEN ZU UNTERLASSEN, WÄHREND ER HIER IST.“ (Journal of Discourses, Bd. 13, S. 344)

 

Der Mormonenschreiber Leonard J. Arrington machte folgende interessante Bemerkung in Bezug auf das „Wort der Weisheit“:

 

„Die starke und zunehmende Betonung auf das Wort der Weisheit, das die offizielle Mormoneneinstellung für den Rest des Jahrhunderts charakterisierte, scheint 1867 begonnen zu haben…

Die Erklärung für diese Regeln und die weit verbreitete Entschlossenheit, dem Wort der Weisheit zu gehorchen, scheint in den Umständen der mormonischen Wirtschaft zu liegen … es war für die Heiligen der Letzten Tage notwendig, eine selbst versorgende Wirtschaft in ihrer Zurückgezogenheit in den Rocky Mountains aufzubauen und zu erhalten. Wirtschaftliche Unabhängigkeit war ein notwendiges Ziel der Gruppe und jedes Programm der Kirche zielte auf jenes Ende ab... Es durfte keine Verschwendung von flüssigem Vermögen an eingeführten Konsumgütern geben… Heilige, die ihr Bargeld benutzten, um eingeführte 'Bull Durham', 'Battle-Axe-Pflüge', Tee, Kaffee und ähnliche „verschwenderische“ (weil sie nicht produktiv waren) Produkte zu kaufen, handelten damit gegen die wirtschaftlichen Interessen des Territoriums. Im Hinblick auf diese Situation war Präsident Young unveränderlich gegen die Ausgabe von Geld durch die Heiligen für eingeführten Tee, Kaffee und Tabak. Es war mit der Wirtschaft der Zeit vereinbar, in der er nicht viel gegen das Kauen von Tabak gehabt hätte, wenn er vor Ort angebaut worden wäre. Es war auch vereinbar, erfolgreich einen vor Ort produzierten 'Mormonen'-Tee zu entwickeln, um die importierten Waren zu ersetzen... In einem Brief mit Anweisungen an alle Siedlungen südlich von Great Salt Lake City schrieb Brigham Young:

Diese Gemeinschaft hat sich noch nicht entschieden, auf den Gebrauch von Tabak gänzlich zu verzichten, und große Mengen sind eingeführt worden... Ich kenne kein besseres Klima und keinen besseren Boden für den erfolgreichen Anbau von Tabak. Anstatt ihn auf einem ausländischen Markt zu kaufen und über Tausende von Meilen einzuführen, WARUM SOLLTEN WIR IHN NICHT IN UNSEREM LAND ANBAUEN ODER ABER OHNE IHN LEBEN?... FÜR TEE GIBT ES IN UTAH EINE GROSSE NACHFRAGE UND ALLES UNTER DIESEM NAMEN VERKAUFT SICH SOFORT ZU EINEM ÜBERTRIEBENEN PREIS. Tee kann in diesem Territorium in ausreichender Menge für den häuslichen Genuss produziert werden, und WENN WIR IHN SELBST ANBAUEN, WISSEN WIR, DASS WIR DAS REINE PRODUKT HABEN. Wenn wir ihn nicht anbauen, dann würde ich vorschlagen, dass wir ohne ihn leben.“

(Brigham Young University Studies, Winter 1959, S. 43-45)

 

In seinen Predigten machte Brigham Young folgende Aussagen in Bezug auf Tee, Kaffee, Tabak und Whisky:

 

„Sie wissen, dass wir alle bekennen, an das „Wort der Weisheit“ zu glauben. Es ist eine Menge darüber gesagt worden, mehr in früheren als in letzteren Jahren. Wir als Heilige der Letzten Tage sorgen uns wenig um Tabak; ABER ALS 'MORMONEN' VERBRAUCHEN WIR EINE GROSSE MENGE…Die Händler und die durchziehenden Auswanderer haben TONNEN VON TABAK verkauft, neben dem, was hier regulär verkauft wird. Ich sage, dass $60.000 jährlich die kleinste Zahl der Ausgaben dafür ist, die ich schätzen kann. Tabak kann hier genauso wie an anderen Orten angebaut werden. Er erfordert Aufmerksamkeit und Fürsorge. Wenn wir ihn benutzen, so lasst ihn uns hier anbauen. ICH EMPFEHLE EINIGEN MÄNNERN, HINZUGEHEN UND TABAK ANZUBAUEN. Ein Mann, der letzten Herbst hierher kam, ist dabei es zu tun; und wenn er fleißig ist, wird er eine ziemliche Menge anbauen. Ich möchte sehen, dass jemand HINGEHT UND EIN GESCHÄFT MIT DEM ANBAU VON TABAK MACHT UND AUFHÖRT, GELD FÜR DIESE WARE AUS DEM TERRITORIUM ZU SCHICKEN.

Einige Brüder sind sehr eifrig mit dem 'Wort der Weisheit' und würden mich gerne darüber predigen und es den Brüdern aufdrängen hören und es zu einem Test für die Mitgliedschaft machen. Ich denke NICHT, dass sich so handeln sollte. Ich habe es nie so gehalten. Wir geben jährlich nur $60.000 aus, um das 'Wort der Weisheit' zu brechen und wir können das Geld einsparen und ES TROTZDEM BRECHEN, SO WIR ES DENN BRECHEN WOLLEN.“ (Journal of Discourses, Bd. 9, Seite 35)

 

„Was ich jetzt sagen werde, handelt vom Thema Tabak. LASSEN SIE UNS UNSEREN EIGENEN TABAK ANBAUEN, ODER MIT IHM AUFHÖREN. In den Jahren '49, '50, '51, '52 und '53 und so lange ich meinen Posten innehatte... gaben wir pro Jahr allein für Tabak mehr als $100.000 aus! JETZT GEBEN WIR BETRÄCHTLICH MEHR ALS DAMALS AUS. Lassen Sie uns diese flüssigen Mittel in unserem Land durch Enthaltung des Gebrauchs dieses Narkotikums einsparen ODER ES SELBST ANBAUEN.“ (Ebd. Bd. 11, S. 140)

 

„Es ist wahr, dass wir nicht unseren eigenen Tabak anbauen; wir könnten ihn anbauen, wenn wir wollten. Wir bauen nicht unseren Tee an; aber wir könnten ihn anbauen, WENN WIR WOLLTEN, denn für den Teeanbau ist dies ein ebenso gutes Land wie China; UND DIE KAFFEEBOHNE KANN IN KURZER ENTFERNUNG SÜDLICH VON UNS ANGEBAUT WERDEN… Wir können uns selbst versorgen; und solche so genannten Luxusgüter wie TEE, KAFFEE, TABAK und WHISKY können wir produzieren oder wir leben ohne sie.“ (Ebd., Bd. 11, S. 113-114)

 

Brigham Young empfahl auch, dass die Mormonen Wein machen sollten. Angus M. Woodbury erklärte:

 

“Ein Rundschreiben an die verschiedensten Ordnungen des Pfahles durch Brigham Young und George A. Smith wurde ausgesandt, um Vorgehensweisen vorzuschlagen. Kurz, es schlug vor, dass Früchte für den Markt eingedost oder getrocknet werden sollten, DASS WEIN AN EINIGEN WENIGEN ORTEN UNTER FACHMÄNNISCHER ANLEITUNG FÜR DEN EXPORT HERGESTELLT WERDEN SOLLTE…“ ;..." (The Mormon United Order in Utah, Seite 9)

 

Leonard J. Arrington informiert uns, dass Brigham Young wollte, dass der meiste Wein an die Heiden verkauft werden sollte:

 

„Die Versuche der Heiligen der Letzten Tage, im südlichen Utah und anderswo WEIN HERZUSTELLEN, illustrieren die vorherrschende Philosophie der wirtschaftlichen Selbstversorgung. Eine Funktion dieser Unternehmungen war natürlich, für Wein für das Abendmahl des Herrn zu sorgen… Wein wurde bis 1897 beim Abendmahl der Kirche verwendet. Eine wichtigere Funktion der Weinherstellung war aber, für stark benötigtes Einkommen für die mit Armut geschlagenen Pioniere in Utahs Süden zu sorgen. Die Absicht war, den meisten Wein an Bergwerksgemeinschaften im südlichen Utah und Nevada zu verkaufen. Brigham Young gab folgende Anweisungen: „Zuerst macht durch leichtes Pressen einen Weißwein. Dann macht durch stärkeres Pressen einen farbigen Wein. Dann füllt diesen Wein in Fässer und, wenn mein Rat befolgt wird, wird dieser Wein nicht hier getrunken, sondern exportiert, und somit wird das Kapital wachsen.“ Von dem DIXIE-WEIN WURDE IN DEN MORMONENSIEDLUNGEN aber mehr KONSUMIERT ALS DIE KIRCHENBEAMTEN GEHOFFT HATTEN und diese Unternehmung wurde vor 1900 eingestellt.“ (Brigham Young University Studies, Winter 1959, Seite 46-47)

 

In Fußnote 29 auf Seite 261 von A Mormon Chronicle, Bd. 2, wird folgende interessante Information gegeben:

 

„Auf Brigham Youngs Vorschlag hin ging Neagle nach Osten... 1865 wandte man sich an ihn, dass er die Verantwortung für die WEIN HERSTELLENDE INDUSTRIE IN TOQUERVILLE übernehmen sollte. Hier baute er viele Rebsorten an, und importierte eine Weinpresse aus Kalifornien und bald wurde er der größte Weinhersteller im Gebiet zwischen den Bergen. Sein großes Steinhaus mit dem Weinkeller steht immer noch in Toquerville.“

 

In seinem Buch Desert Saints gibt Nels Anderson folgende Information:

 

„Die Weinherstellung war eine weitere Mormonenunternehmung, die dasselbe Ende fand wie die Baumwoll-, Eisen- und Seidemissionen. Das St.-George-Zehntenbüro berichtete im März 1887 von einem Vorrat an 6.610 GALLONEN WEIN mit einem Wert von 50 Cents pro Gallone…

Die Herstellung von Wein, und etwas Whisky und Brandy lief über ein Jahrzehnt lang voran ohne organisierte Weisung. Am 26. März 1874, als Brigham Young zu den Frauen sprach... begünstigte er die Herstellung von Wein für den Verkauf an Außenstehende... Das Zehntenbüro in St. George bekam Wein in vielen Qualitätsstufen. Es begegnete dem Problem, indem es Standards einrichtete. Der Zehntensekretär gab folgende Anweisungen am 20. September 1879 heraus:

'Um einen einheitlicheren Grad an Wein zu erhalten, als wir in der Lage sind zu bekommen, indem wir die Zehntenanteile kleinerer Pressungen aus den Händen verschiedener Personen zusammenmischen, wird vorgeschlagen, dass diejenigen, die nur kleine Mengen von Trauben für die Weinherstellung haben, ihren Zehnten als Trauben an dieses Büro abgeben. Dies kann unter der Weisung des Bischofs geschehen, so dass Wirtschaftlichkeit beim Transport bewahrt wird, was natürlich dem Zehntenkonto angerechnet wird.'

So fand sich die Kirche selbst als HAUPT-Einzelhersteller von Wein im Dixie-Gebiet wieder… Weil die Zehntenbüros die größte Menge Wein zu jeder Zeit für den Markt bereithielten, war sie in der Lage, den Preis zu bestimmen. Das Kircheninteresse wird in einem Brief nachgewiesen, der vom St.-George-Zehntenbüro am 12. August 1880 ausgesandt wurde. Dieser Brief war eine Aufstellung an die Manager, die mit dem Bau des Manti-Tempels beauftragt waren, denen eine bestimmte Menge Wein geschickt worden war – 4 Fässer, oder 158 Gallonen. Er wurde nicht verkauft, aber das Zehntenguthaben setzte sich wie folgt zusammen: $187,50 für den Wein; $20,00 für die Fässer; für den Transport des Weins nach Manti, $16,00; zusammen $233,50. Dies wurde den Erbauern des Tempels als Bezahlung gegeben.

1889 schrieb Edward H. Snow, Sekretär des St.-George-Zehntenbüros, dem Präsidierenden Bischof in Salt Lake City in Bezug auf Wein: 'Unsere Verkäufe während des Jahres beliefen sich nicht auf die Hälfte dessen, was wir aus den eingebrachten Trauben hätten herausholen müssen… Wir haben allein an diesem Büro über 600 Gallonen in diesem Jahr produziert. Wir können die Trauben oder den Wein nicht zurückweisen und ich sehe keine Möglichkeit, sie loszuwerden.' Snow wollte, dass der Präsidierende Bischof den Überschuss abnimmt. Später sandte das Zehntenbüro Männer mit Weinladungen in die nördlichen Ansiedlungen, wo sie mit dem flüssigen Reichtum um Weizen und Mehl handelten oder ihn in die Bergwerkscamps brachten…

Die Dixie-Brüder befolgten den Rat Brigham Youngs nicht. Sie tranken so viel vom Wein, dass die Kirchenführer durch die Trunkenheit von 1890 in Sorge gerieten. Das Zehntenbüro hörte auf, Wein als Zehnten anzunehmen und gab ihre eigenen Pressen auf.“ (Desert Saints, von Nels Anderson, University of Chicago Press, 1966, S. 373-374)

 

„Das mormonische Weingeschäft erwies sich als der erste Schritt zu einer Art von Bruderschaft zwischen Mormonen und Nichtmormonen, was für örtliche Kirchenführer sehr beunruhigend war. Mormonen, die mit den Nichtmormonen Wein tranken, wurden ihnen gegenüber freundlich gesinnt. Außer dem, dass soziale Schranken niedergerissen wurden, wurde das Weintrinken für einige Brüder ein Laster...

Der Hohe Rat beklagte, dass einige Weintrinker ihren Zehnten nicht zahlten, dass weitere ihre Familien vernachlässigten und dass wieder andere Weintrinker sich zu Müßiggängern zurückentwickelten... Die Bischöfe wurden gebeten, die Übertreter in die Pflicht zu nehmen; aber dies war nicht leicht, da in einigen Gemeinden die meisten Brüder Wein für den Verkauf herstellten und die meisten Brüder zu einem gewissen Grad zu Weintrinkern geworden waren...

Da das St.-George-Zehntenbüro als praktischer Maßstab ursprünglich mit den Farmern gemeinsam Wein produzierte, waren die Kirchenautoritäten sehr in Verlegenheit damit, gegen die Weintrinker Druck auszuüben. Um 1887 hörte das Zehntenbüro damit auf, Wein herzustellen. Das Verpassen von Silver Reef als Markt, ließ die Hersteller auf ihren Weinmengen sitzen. Das Zehntenbüro bemühte sich, so gut es konnte, die mehr als SECHSTAUSEND GALLONEN, AUF DENEN SIE SASSEN, loszuwerden.

Aus dem moralischen Blickwinkel gesehen waren die Kirchenführer gezwungen, zu erkennen, dass ihre Leute keine Hersteller von Alkoholika sein konnten, ohne auch Trinker zu werden. Es gab zu viele Weintrinker und zu wenig mäßige Trinker unter ihnen. (Desert Saints, S. 435-436)

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